Beschleunigter Nahverkehr
Der neue Hauptbahnhof verkürzt Fahrtzeiten im S-Bahn-Netz um bis zu 40 Minuten und verbessert die Anbindung der Innenstadt erheblich.
© Deutsche Bahn AG / Martin Jehnichen
CDM Smith plante Baugrund- und Gründungsgutachten, sicherte Bebauung und begleitete geotechnisch den Bau des City-Tunnels Leipzig.
Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH (DEGES)
Leipzig
Mit dem Bau des City-Tunnels Leipzig wurde die lang ersehnte Nord-Süd-Anbindung des Leipziger Hauptbahnhofs zur Realität. Fortan macht er den gesamten regionalen Zugverkehr schneller, effizienter und komfortabler.
Der neue Hauptbahnhof verkürzt Fahrtzeiten im S-Bahn-Netz um bis zu 40 Minuten und verbessert die Anbindung der Innenstadt erheblich.
Unsere Expert*innen meisterten komplexe Baugrundbedingungen wie Festgesteinsbildungen, Braunkohlelagerungen und stark anthropogen geprägtes Gelände.
Der Leipziger Hauptbahnhof ist flächenmäßig der größte Kopfbahnhof Europas. Bisher mussten alle Züge das Leipziger Stadtzentrum aufwändig umfahren. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahre 2013 beschleunigt er den Nahverkehr in der ganzen Region und verkürzt die Fahrtzeiten im S-Bahn-Netz erheblich – teilweise um bis zu 40 Minuten. Mit vier unterirdischen Stationen ist die Innenstadt optimal an den öffentlichen Nahverkehr angebunden.
Das Projekt gilt als eines der geotechnisch anspruchsvollsten Bauvorhaben unserer Zeit. Unsere Geotechnikexpert*innen aus dem gesamten Bundesgebiet begleiteten das Projekt von Beginn an. Wir meisterten für unseren Kunden die Herausforderungen der Bauverhältnisse durch Festgesteinsbildungen, Braunkohleablagerungen und das stark anthropogen überprägte Gelände. Hindernisse wie hochfeste Sandsteinblöcke, verbliebene Verbauwände und Litzenanker mussten durchfahren bzw. durch aufwendige Maßnahmen im Vorfeld geborgen werden. Wir erstellten alle Gutachten zur Baugrund- und Gründungsberatung und zu den hydrogeologischen Auswirkungen der Verbaumaßnahmen, die tief in den Hauptgrundwasserleiter der Stadt reichen. Außerdem planten wir die Sicherung der unterfahrenen und angrenzenden innerstädtischen Bebauung und Infrastruktur.
Besonders wichtig war nicht nur die Sicherung historisch wertvoller Bausubstanz, sondern auch die schadlose Unterfahrung von Neubauten. Teilweise wurden Gebäude von der Schildmaschine mit einer Überdeckung von nur 1,5 m unterfahren. Zur Gebäudesicherung, beispielsweise beim Museum der Bildenden Künste, wendeten wir das Compensation-Grouting-Verfahren (CGV) an. Hierbei wird durch Injektionen im Gründungsbereich das Bauwerk stabilisiert und angehoben, um die Setzungen durch den Tunnelvortrieb auszugleichen.
Die unterschiedlichen Druckverhältnisse in den verschiedenen Grundwasserleitern sowie die daraus resultierenden, komplizierten hydraulischen Strömungsverhältnisse erschwerten das Bauvorhaben zusätzlich. Durch lokal begrenzte bauzeitliche Grundwasserentspannungen und umfangreiche, permanent arbeitende online-Grundwassermesspegel wurden die Risiken minimiert und die Maßnahme erfolgreich für unseren Kunden und die Bürger der Stadt Leipzig umgesetzt.
Die komplizierten geologischen und hydrogeologischen Verhältnisse der Tunneltrasse stellten höchste Anforderungen an alle Projektbeteiligten.
Grit Renker, Projektmanagerin
Sie möchten mehr über unsere Arbeit im Bereich Infrastruktur erfahren? Unsere Projekte zeigen, wie wir Städte, Netze und Bauwerke zukunftssicher gestalten.