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Umweltbaubegleitung für ein neues Stadtquartier

Fischbeker Reethen entsteht im Hamburger Süden als modernes, grünes Stadtquartier, das Wohnen, Arbeiten und Leben in naturnaher Umgebung vereint. Das Quartier setzt Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit: Begrünte Dächer, Regenwassernutzung, Solaranlagen und ein blau-grünes Band zur Klimaanpassung sind zentrale Elemente. CDM Smith übernimmt für das Vorhaben die Umweltbaubegleitung. Zu den besonderen Nachhaltigkeitsstandards des Quartiers sowie zu unserem Beitrag gibt Sven Wömmel im Interview ausführlich Auskunft.  

Interview mit Sven Wömmel 

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CDM Smith

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Leitmotiv des Quartiers. Was bedeutet das konkret im Planungs- und Baualltag?
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Sven Wömmel

Nachhaltigkeit ist hier kein abstrakter Anspruch, sondern wird strukturell im Projekt verankert. Ein zentrales Element ist, dass umweltrelevante Auflagen und Maßnahmen verbindlich in die Verträge der Baufirmen aufgenommen werden. Das bedeutet: Naturschutz- und Bodenschutzmaßnahmen sind keine „Zusatzleistungen“, sondern fester Bestandteil der Leistungsbeschreibung. Für die Umweltbaubegleitung schafft das eine starke Position im Projekt. Wenn Maßnahmen vertraglich fixiert sind, können sie konsequent eingefordert werden. Zudem zeigt sich die Nachhaltigkeitsorientierung auch organisatorisch: Hybride Besprechungsformate sind von Anfang an akzeptiert und ermöglichen es, bei Bedarf weitere Fachkolleg*innen flexibel einzubinden – ohne unnötige Wege und mit effizientem Ressourceneinsatz.
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Wo zeigt sich bei Fischbeker Reethen besonders deutlich, dass Nachhaltigkeit mehr ist als ein Schlagwort?
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Sven Wömmel

Ein deutliches Beispiel ist der Umgang mit vorbereitenden Maßnahmen. Bereits bei Vorerkundungen – etwa bei der Kampfmittelerkundung – wurden besonders schonende Verfahren eingesetzt, um Eingriffe in den Boden so gering wie möglich zu halten. Hinzu kommt, dass die Projektträgerin IBA Hamburg GmbH das Thema Nachhaltigkeit aktiv vorantreibt. In der Zusammenarbeit war von Beginn an spürbar, dass Umwelt- und Naturschutzaspekte nicht „mitgedacht werden müssen“, sondern integraler Bestandteil der Projektphilosophie sind. Auch strukturell wird dies sichtbar: Neben begrünten Dächern, hohen energetischen Standards, einem auf erneuerbaren Energien basierenden Fernwärmekonzept und Solarenergie sind umfangreiche Ausgleichs- und Naturschutzflächen vorgesehen – teils innerhalb, teils außerhalb des Projektgebiets. Das unterstreicht den Anspruch, ökologische Belange nicht nur zu kompensieren, sondern aktiv zu stärken.
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Wie gelingt es, Stadtentwicklung und Naturschutz in Einklang zu bringen, ohne dass eines dem anderen untergeordnet wird?
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Sven Wömmel

Der Schlüssel liegt darin, beide Aspekte von Beginn an gemeinsam zu denken. Bereits im Planverfahren wurden nachhaltige Raumstrukturen berücksichtigt. So sind im Bebauungsplan rund 16 Hektar Ausgleichsflächen innerhalb des Gebiets vorgesehen; zusätzlich wurden außerhalb des Projektgebiets rund 62 Hektar für Naturschutzzwecke gesichert – bei einer Gesamtgröße von etwa 70 Hektar. Zudem durchzieht ein sogenanntes „blau-grünes Band“ das Quartier: Eine Grün- und Wasserachse mit Gewässerstrukturen und Freiräumen verbindet die Teilbereiche des Gebiets. Dieses Element erfüllt gleichzeitig ökologische Funktionen, fördert die Biodiversität und schafft hochwertige Erholungsräume für die zukünftigen Bewohner*innen. Entscheidend ist dabei die Haltung: In jeder Projektphase werden Stadtentwicklung und Naturschutz gegeneinander abgewogen. Wo erforderlich, wird auch bewusst zugunsten ökologischer Belange entschieden – selbst, wenn dies mit höheren Kosten verbunden ist. Der Wert der Natur wird hier als gleichrangig anerkannt.

„Nachhaltige Stadtentwicklung gelingt dort, wo Umwelt- und Naturschutzaspekte nicht mitgedacht werden müssen, sondern integraler Bestandteil der Projektphilosophie sind.“

Sven Wömmel, Bereichsleiter

Umweltbaubegleitung als Garant für Qualität und Nachhaltigkeit

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CDM Smith

CDM Smith übernimmt bei dem Projekt die Umweltbaubegleitung. Welche Aufgaben umfasst diese und welchen Mehrwert schaffen wir dadurch?
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Sven Wömmel

Unsere Umweltbaubegleitung beginnt bereits mit der umfassenden Sichtung und Auswertung aller relevanten Plan- und Genehmigungsunterlagen, einschließlich umweltrelevanter Nebenbestimmungen und des landschaftspflegerischen Begleitplans. Daraus leiten wir Restriktionen, Schutz- und Minimierungsmaßnahmen ab und stellen sicher, dass diese in die Ausschreibungs- und Vertragsunterlagen der Baufirmen integriert werden. Während der Bauausführung begleiten wir die Maßnahmen fachlich und überwachen deren Umsetzung. Darüber hinaus übernehmen wir eine wichtige Kommunikationsrolle im Projekt – zwischen Bauherrn, ausführenden Unternehmen, Fachplanern und Behörden. Der Mehrwert unserer Tätigkeit liegt damit nicht nur in der rechtssicheren Umsetzung von Umweltauflagen, sondern in der aktiven Qualitätssicherung: Wir sorgen dafür, dass die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele des Quartiers tatsächlich auf der Baustelle ankommen und konsequent umgesetzt werden.

Leistungen

StandortentwicklungFlächenrecyclingBauüberwachung

Branchen

Öffentliche Auftraggeber

Raum für Entwicklung und Natur

70 ha

Ge­samt­flä­che

ca. 2.300

Wohn­ein­hei­ten

62 ha

für Na­tur­schutz­zwe­cke au­ßer­halb des Pro­jekt­ge­biets ge­si­chert

16 ha

Aus­gleichs­flä­chen in­ner­halb des Gebiets geplant

Im Interview:

M.Sc. Sven Wömmel

Bereichsleiter

Neben seiner Funktion als Bereichsleiter Umwelt & Energie am Standort Hamburg verantwortet Sven Wömmel Projekte in den Bereichen Sanierungsplanung und -überwachung, Entsorgungsmanagement, Due Diligence, Vergabewesen, Genehmigungsmanagement, Umweltbaubegleitung sowie Gebäudeschadstoffe.

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