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Klimabilanzierung für die Anbindung der Schleißheimer Straße an die A99 und A92

Klimabilanzierungen helfen dabei, die Treibhausgasemissionen verschiedener Infrastrukturvarianten transparent zu bewerten und in Planungsentscheidungen einzubeziehen. Am Beispiel der geplanten Anbindung der Schleißheimer Straße in München an die A99 und A92 erläutert Projektingenieurin Lena Reese im Interview, welche Faktoren in die Bewertung einfließen und welche Erkenntnisse sich daraus für eine nachhaltige Infrastrukturplanung ergeben.

Interview mit Lena Reese

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CDM Smith

Worum geht es bei dem Projekt und welche Rolle übernimmt CDM Smith dabei?

Lena Reese

Im Rahmen einer Alternativenuntersuchung werden verschiedene Möglichkeiten für die Anbindung der Schleißheimer Straße an die A99 und A92 bewertet. Ziel ist es, die verkehrsbedingten Belastungen für die umliegenden Bereiche, beispielsweise durch Staus, Lärm und Staub, zu reduzieren. Dafür wurden 21 mögliche Trassenführungen mit unterschiedlichen Tunnelvarianten betrachtet. CDM Smith war als Nachunternehmer der INGE Grassl-SSF-Amberg für die Klimabilanzierung der Varianten zuständig. Wir haben untersucht, welche Treibhausgasemissionen mit den unterschiedlichen Lösungen verbunden sind, und damit eine Entscheidungsgrundlage geschaffen, die klimarelevante Aspekte frühzeitig in die Variantenbewertung einbezieht.
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Warum ist die Klimabilanzierung bereits in frühen Planungsphasen wichtig?
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Lena Reese

Gerade in frühen Planungsphasen sind die Entscheidungsspielräume noch groß. Das ist der richtige Zeitpunkt, um die klimatischen Auswirkungen verschiedener Varianten sichtbar zu machen und bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Klimarelevante Effekte können dadurch frühzeitig erkannt und neben anderen Projektkriterien bewertet werden. Langfristig unterstützt dies eine nachhaltigere Infrastrukturplanung und hilft, aufwendige Anpassungen in späteren Planungsphasen zu vermeiden.
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Welche Emissionsquellen werden bei einer Klimabilanzierung betrachtet?
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Lena Reese

Für eine realistische Bewertung betrachten wir verschiedene Emissionsquellen entlang des gesamten Projektlebenszyklus. Dazu zählen beispielsweise Emissionen aus der Herstellung von Baustoffen, aus Bauprozessen sowie aus verkehrlichen Veränderungen. Je nach Projekt werden auch Auswirkungen auf Flächen und Kohlenstoffsenken berücksichtigt.
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Warum ist die Einbeziehung mehrerer Sektoren wie Industrie, Verkehr und Landnutzungsänderungen für eine ganzheitliche Klimabilanz unerlässlich?
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Lena Reese

Die sektorübergreifende Betrachtung orientiert sich an den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes und ermöglicht eine strukturierte Einordnung der Ergebnisse. Durch die gemeinsame Betrachtung von Bau, Verkehr, Industrie und Landnutzung lassen sich Wechselwirkungen erkennen und fundierte Entscheidungen für den Klimaschutz treffen.
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Welche konkreten Maßnahmen können aus der Klimabilanzierung abgeleitet werden?
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Lena Reese

Ein zentraler Hebel liegt häufig in der Reduzierung der eingesetzten Materialmengen, weshalb Varianten mit kürzeren Strecken oder Tunnelabschnitten tendenziell günstiger abschneiden. Zusätzlich können emissionsärmere Materialien, etwa CO₂-optimierte Betone, eingesetzt werden. Darüber hinaus empfiehlt CDM Smith, Bauwerke möglichst modular zu planen, um einen späteren Rückbau, die Wiederverwendung von Materialien oder alternative Nutzungen zu erleichtern. Aufgrund der frühen Planungsphase können die erkannten Optimierungen leicht in die weiteren Schritte einfließen und wirken sich daher kostengünstig aus.
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Wie fließen die Ergebnisse der Klimabilanzierung in die Entscheidungsprozesse der Stadt München ein?
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Lena Reese

Die Ergebnisse der Klimabilanzierung gingen als Teil einer umfassenden Bewertungsmatrix in die Auswahl der Vorzugsvariante ein. Damit berücksichtigen wir klimarelevante Aspekte gemeinsam mit weiteren Umwelt- und Planungsfaktoren. Zusätzlich haben wir die Ergebnisse in Umweltkosten übersetzt.
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Welche Vorteile bietet die Übersetzung von Klimawirkungen in Umweltkosten?
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Lena Reese

Die Darstellung als Umweltkosten macht die Auswirkungen auf das Klima leichter verständlich und vergleichbar. Dadurch können die Folgen verschiedener Varianten nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich eingeordnet werden. Das schafft zusätzliche Transparenz für Planungs- und Entscheidungsprozesse.
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Welche Impulse liefert die Klimabilanzierung für die weiteren Planungsphasen?
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Lena Reese

Im weiteren Verlauf legte die Stadt München einen besonderen Fokus auf bauspezifische Emissionen, um diese in den nächsten Planungsphasen gezielt reduzieren zu können. Auf dieser Grundlage können zukünftige Planungsentscheidungen noch stärker an klimarelevanten Kriterien ausgerichtet werden.

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