Wenn wir einen Vereisungsauftrag haben, dann nehmen wir verschiedene Untersuchungen mit dem Boden vor. Neben Spezialversuchen untersuchen wir die Festigkeit oder die Verformung. Festigkeitsuntersuchungen sind einaxiale und triaxiale Druckversuche. Hier wird die Bodenprobe in eine Prüfpresse gespannt. Die Prüfpresse fährt anschließend die Bodenprobe gegen eine Traverse und zerdrückt diese. Mit diesem Versuch wird die Festigkeit des Bodens ermittelt. Darüber hinaus führen wir sogenannte Kriechversuche durch. Bei Kriechversuchen wird die Bodenprobe ebenfalls eingespannt und dann einer statischen Last ausgesetzt. Bei diesem Versuch bleibt die Bodenprobe dann über mehrere Tage unter dieser Last. Durch den Versuch werden Verformungen des Bodens durch Lasten ermittelt. Neben diesen Versuchen gibt es auch Spezialversuche, sogenannte Frosthebungsversuche, oder auch Frostdruckversuche.
Die Frosthebungsversuche werden nicht bei Minustemperaturen durchgeführt, sondern bei einer Temperatur von +5 Grad Celsius. Die Bodenprobe wird auf einen Sockel gestellt, der auf +5 Grad Celsius gewärmt ist. Auf die Bodenprobe kommt dann eine Kappe in der Größe der Bodenprobe. Diese Probe wird gekühlt. Somit wird der Boden von oben nach unten gefroren. Ein Beispiel hierfür sind Frostschäden in der Straße bzw. im Asphalt. Bei dem Versuch ist somit der obere Teil gefroren und der untere ungefroren. Dies führt dazu, dass sich in der mittleren Schicht sogenannte Frostlinsen bilden. Diese Frostlinsen dehnen sich aus und der Boden hebt sich bzw. bricht auf. Diese Hebung messen wir im Labor. Wenn der Boden sich nicht einfach heben kann, wie in der Simulation, spricht man von Frostdruck. Durch den Versuch wird somit simuliert wie sich der Boden durch Gefrieren ausdehnt und sich verhält, wenn er gegen etwas gedrückt wird. Im Feld könnte das beispielsweise ein Fundament, eine Bodenplatte oder eine Schale von einem Tunnel sein. Dieser Versuch ist sehr wichtig für das weitere Bauvorhaben, denn Frostschäden können große Schäden verursachen.