Karussell der Koffer: CDM Smith erkundet Baugrund für Gepäck­tun­nel am Frankfurter Flughafen

Karussell der Koffer: CDM Smith erkundet Baugrund für Gepäck­tun­nel am Frankfurter Flughafen
Fraport AG Frankfurt a. M.
Das Ziel der Fraport AG ist klar formuliert: In den Sanden und Kiesen unterhalb des Grundwasserspiegels einen Tunnel unter den Start- und Landebahnen graben, der sich trotz dynamischer Verkehrs­be­las­tung nicht oder nur minimal setzt, und zwar bei laufendem Flugbetrieb. Ein anspruchs­vol­les Unterfangen, das nur gelingt, wenn der Baugrund umfassend erkundet ist. CDM Smith nahm die Heraus­for­de­rung an.

Jedes Jahr landen oder starten am Frankfurter Flughafen über 60 Mio. Passagiere – täglich in etwa so viele Personen, wie die Stadt Ludwigs­ha­fen in Rheinland-Pfalz an Einwohnern zählt. Zugleich werden über 27 Mio. Koffer pro Jahr abgefertigt – an Spit­zen­ta­gen sind es über 110.000 Stück.

Um bei diesem hohen Personen- und Gepäck­auf­kom­men die Wartezeiten kurz zu halten, trans­por­tiert eine ausge­klü­gelte Förder­an­lage die Gepäck­stü­cke von, zu und zwischen den Flugzeugen hin und her. Derzeit wird untersucht, das neue Terminal 3 im Süden des Frankfurter Flughafens an die bestehende Gepäckförderanlage im Norden anzuschließen: Per Schild­vor­trieb soll ein knapp 1,7 km langer Tunnel unterhalb der bestehenden Start- und Landebahnen vorge­trie­ben werden, der die bestehenden Terminals mit dem neuen Terminal verbindet.

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Länge des Tunnels
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Tunneldurchmesser
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zulässige Setzung

Besonders wichtig ist der Fraport AG der reibungs­lose Ablauf aller Planungs- und Ausfüh­rungs­ar­bei­ten. Insbe­son­dere die Start- und Landebahnen müssten während der Bauphase unein­ge­schränkt genutzt werden können und dürfen sich nicht absenken. So sind maximal zulässige Setzungen von 10 mm an der Gelän­de­ober­flä­che einzuhalten. Außerdem sind Stillstände der Tunnel­vor­triebs­ma­schine zu vermeiden. Keine leichte Aufgabe, denn der Tunnel entsteht unterhalb des Grund­was­ser­spie­gels in Sanden und Kiesen mit Geröllen.

Ein wichtiger Erfolgs­fak­tor war die gute Zusam­men­ar­beit zwischen uns als geotech­ni­schem und tunnel­bau­tech­ni­schem Berater und den Tunnel­pla­nern.
Dr.-Ing. Heiko Huber, Senior Projekt­ma­na­ger

Um mögliche Baugrund­ri­si­ken abschätzen zu können, beauftragte die Fraport AG CDM Smith damit, den Baugrund zu erkunden - und das bei laufendem Betrieb und teilweise in der Nacht. Erschwerend kam hinzu, dass unter den Start- und Landebahnen keine Aufschluss­boh­run­gen oder Über­flur­aus­bau­ten möglich waren. Um dennoch ein umfassendes Bild des Baugrunds zu erhalten, waren ausgiebige Feld- und Labor­ver­su­che notwendig.

Wir beurteilten den Boden auf seine Abrasivität, sein Verkle­bungs­po­ten­tial und vorhandene Gerölle. Gemeinsam mit den Tunnel­pla­nern erarbeiten wir nun Lösungen für jene Tras­sen­be­rei­che, die Risiken bergen, und stehen als geotech­ni­scher und tunnelbautechnischer Berater zur Seite.

Heiko Huber Heiko Huber
Die Randbedingungen am Frankfurter Flughafen machen dieses Projekt besonders herausfordernd, aber auch besonders spannend.
Tätigkeitsfelder

Wussen Sie schon?

Pro Stunde trans­por­tiert die Gepäck­för­der­an­lage am Frankfurter Flughafen über 20.000 Koffer zwischen den Flug­ha­fen­ge­bäu­den und Flugzeugen hin und her. Insgesamt haben die Förder­bän­der eine Länge von 81 km. Damit die Gepäck­stü­cke zuverlässig ihr Ziel erreichen, liegen sie einzeln in einer codierten Plas­tik­wanne. An jeder Weiche entscheidet ein Lesegerät, in welche Richtung das Gepäckstück weiter­ge­lei­tet wird - und zwar extrem schnell:  Bis zu 5 Meter pro Sekunde legen die Koffer zurück.

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