Umfassende Erneuerung der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur
Im Rahmen des Projekts wird die gesamte Ver- und Entsorgungsinfrastruktur der Residenz grundlegend modernisiert. Dazu zählen unter anderem die Sanierung der Abwasser- und Wasserversorgung, die Erneuerung der Brunnentechnik, die Nutzung von Schichtenwasser sowie verschiedene bauliche Anpassungen im Bestand. Ergänzend übernimmt CDM Smith die Tragwerksplanung der Kanäle und die Freianlagenplanung in den Hofgärten.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der denkmalgerechten Instandsetzung der historischen Mauerwerkskanäle. Darüber hinaus entwickelt CDM Smith ein nachhaltiges Konzept zur Nutzung von Brauchwasser: Anstatt das bisher anfallende Pumpwasser vollständig in die Kanalisation abzugeben, soll künftig ein großer Teil im Gartenbereich genutzt oder extern weiterverwendet werden. Damit trägt das Projekt sowohl zum Schutz des kulturellen Erbes als auch zur Schonung wertvoller Ressourcen bei.
Bauabschnitte mit hoher Priorität
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Bauabschnitten, die je nach Dringlichkeit zeitlich versetzt oder parallel realisiert werden. Besonders zeitkritisch ist die Sanierung im Bereich des Residenzplatzes sowie der nördlichen und südlichen Innenhöfe. Weitere Maßnahmen betreffen unter anderem den Ostgarten, die Orangerie, die Gärtnerei und das Rosenbachpalais.
Mit der Beauftragung übernimmt CDM Smith die umfassende Koordination sämtlicher Planungsleistungen. Ziel ist es, die Residenz Würzburg mit einem wirtschaftlichen, langfristig tragfähigen und technisch nachhaltigen Konzept zu sichern, bei gleichzeitig minimalen Eingriffen in die historische Substanz und unter Berücksichtigung der hohen Besucherfrequenz vor Ort.
Projektmanager Benedikt Bauer im Interview
Was macht die Sanierung des Kanalnetzes an der Residenz Würzburg zu einem der anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte der Region?
Benedikt Bauer: Die Sanierung des historischen Kanalnetzes, das teilweise auf Balthasar Neumann zurückgeht, erfordert äußerste Sorgfalt im Umgang mit der jahrhundertealten Bausubstanz. Gleichzeitig müssen moderne Anforderungen wie ein nachhaltiges Bewässerungssystem und die Reaktivierung bestehender Speicherbauwerke integriert werden. Dadurch entsteht ein komplexes Zusammenspiel aus Denkmalschutz, moderner Infrastrukturplanung und hohen technischen Anforderungen.
Wie gelingt es, moderne Ingenieur- und Nachhaltigkeitsanforderungen mit den strengen Vorgaben des Denkmalschutzes eines UNESCO-Weltkulturerbes in Einklang zu bringen?
Benedikt Bauer: Durch eine enge Abstimmung mit allen beteiligten Stakeholdern – insbesondere der Denkmalpflege – werden technische Lösungen schon früh gemeinsam entwickelt. So lassen sich historische Substanz und moderne Funktionsansprüche sinnvoll miteinander verbinden. Das Ergebnis sind individuelle, nachhaltige Konzepte, die die Besonderheiten des UNESCO-Welterbes respektieren.
Wie gelingt es, den laufenden Museums- und Veranstaltungsbetrieb mit komplexen Bauabläufen und dem Schutz der historischen Substanz in Einklang zu bringen?
Benedikt Bauer: Bereits bei der Auswahl technischer Lösungen wird darauf geachtet, den Betrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Ergänzend sorgt eine präzise Bauphasen- und Logistikplanung dafür, Besucherströme, Wegeführungen und sensible Zeitfenster optimal zu koordinieren. So gelingt es, komplexe Bauabläufe umzusetzen und gleichzeitig die historische Substanz zuverlässig zu schützen.

