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Frische Ideen für den Hochwasserschutz beim Hochwasserforum in Mannheim

Klaus Piroth

von Klaus Piroth

30. Juni 2026
Mannheim -

Beim Hochwasserforum am 23. Juni in Mannheim traf langjährige Expertise auf neue, innovative Ansätze. Unser Kollege Dr. Dominic Demand hielt einen Vortrag zum Thema „Betriebliche Starkregenvorsorge“. Dr.-Ing. Klaus Piroth, Wasserexperte bei CDM Smith und seit vielen Jahren Moderator der Veranstaltung, begrüßte in diesem Jahr auch zwei besondere Gäste: Jana Spiller und Niklas Ruf, Gewinner*innen des renommierten Stockholm Junior Water Prize 2025. Dass das Thema aktueller ist denn je, zeigt auch seine Einschätzung:

Wir beobachten aktuell eine deutliche Verschiebung des Fokus hin zu den eher lokalen und regionalen Auswirkungen von Starkregenereignissen. Diese treten häufig mit nur kurzer Vorwarnzeit und großer Intensität auf.

Dr.-Ing. Klaus Piroth, Geschäftsbereichsleiter

Genau hier setzt das Projekt der beiden Nachwuchsforschenden an. Mit ihrem Frühwarnsystem „WarnMe“ adressieren sie insbesondere kleine Gewässer, für die bislang oft keine geeignete Messinfrastruktur vorhanden ist.

 

A person giving a presentation to an audience, standing near a projector screen displaying a slide with text about stormwater management.
Dr. Dominic Demand hält einen Vortrag zum Thema „Betriebliche Starkregenvorsorge“

WarnMe: Frühwarnung einfach und verständlich gedacht

Die Idee zu „WarnMe“ entstand aus eigenen Erfahrungen mit Hochwasser:
„2016 kam es zu einem Hochwasser in Ochsenhausen, bei dem auch unsere Schule stark beschädigt wurde. Einige Jahre später haben wir die Idee eines Warnsystems aufgegriffen und selbst umgesetzt“, erzählen Jana Spiller und Niklas Ruf.

Ihr Ansatz ist bewusst einfach und niedrigschwellig: Ein Netzwerk kostengünstiger Sensoren misst Wasserstand und Fließgeschwindigkeit direkt vor Ort. Die Installation ist unkompliziert, die Daten werden in Echtzeit ausgewertet und im Ernstfall erhalten Nutzer*innen sofort eine Pushnachricht über die dazugehörige App.

 

Dr.-Ing. Klaus Piroth begrüßt Jana Spiller und Niklas Ruf auf dem Hochwasserforum

 

Aus Expertensicht ein überzeugender Ansatz: „Ein großer Vorteil liegt darin, dass die Ergebnisse für Anwohner*innen unmittelbar nachvollziehbar sind“, betont Dr.-Ing. Piroth. „So entsteht ein konkretes Verständnis für die Gefährdung.“

 

Große Wirkung mit einfachen Mitteln

Besonders bemerkenswert ist der Open-Ansatz des Projekts. „Jede und jeder kann sich eine Messstation selbst bauen“, erklären die beiden. Mit Kosten zwischen 50 und 100 Euro ist das System deutlich günstiger als viele etablierte Lösungen und damit auch für kleinere Kommunen oder lokale Initiativen interessant.

Die größte Herausforderung lag dabei weniger in der Technik selbst als in der Kommunikation: „Wir haben schnell gemerkt, dass klassische Kanäle wie E-Mail für zeitkritische Warnungen nicht geeignet sind. Deshalb haben wir eine eigene App entwickelt, über die wir direkt informieren können.“

 

Relevanz für die Praxis

Gerade im Kontext zunehmender Starkregenereignisse sehen beide ein großes Anwendungspotenzial: „Vor allem kleine Flüsse und Bäche können sehr schnell zu Überschwemmungen führen. Genau hier bieten wir eine günstige und effiziente Lösung.“
Auch Dr.-Ing. Piroth sieht in solchen Ansätzen großes Potenzial:

„Innovative, niedrigschwellige Technologien werden künftig eine immer größere Rolle spielen. Sie sind flexibel einsetzbar, kostengünstig und stoßen auf eine hohe Akzeptanz.“

 

Jana Spiller und Niklas Ruf beim Hochwassforum in Mannheim

 

Ein Blick in die Zukunft

Neben dem fachlichen Austausch nahmen die beiden vor allem neue Kontakte und Impulse mit: „Wir hoffen, viele Menschen zu treffen, die bereits im Wassersektor arbeiten. Diese Kontakte können uns bei der Weiterentwicklung sehr helfen.“

Ihr langfristiges Ziel ist klar: „Es wäre ein großer Schritt, WarnMe flächendeckend einsetzen zu können und so konkret zum Hochwasserschutz beizutragen.“

Das Hochwasserforum in Mannheim zeigt damit eindrucksvoll, wie wichtig der Dialog zwischen Erfahrung und neuen Ideen ist und welches Innovationspotenzial in der nächsten Generation steckt.

Über CDM Smith

CDM Smith ist ein weltweit tätiges Ingenieur- und Bauun­ter­neh­men in den Geschäfts­fel­dern Wasser, Umwelt, Infra­struk­tur, Energie, Bauwerke und Geotechnik. Als unab­hän­gi­ges Unternehmen in Mitar­bei­ter­be­sitz arbeiten wir mit Teamgeist und Leiden­schaft für die Zufrie­den­heit unserer Kunden und meistern mit intel­li­gen­ten Lösungen die Heraus­for­de­run­gen des globalen Wandels.

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