WarnMe: Frühwarnung einfach und verständlich gedacht
Die Idee zu „WarnMe“ entstand aus eigenen Erfahrungen mit Hochwasser:
„2016 kam es zu einem Hochwasser in Ochsenhausen, bei dem auch unsere Schule stark beschädigt wurde. Einige Jahre später haben wir die Idee eines Warnsystems aufgegriffen und selbst umgesetzt“, erzählen Jana Spiller und Niklas Ruf.
Ihr Ansatz ist bewusst einfach und niedrigschwellig: Ein Netzwerk kostengünstiger Sensoren misst Wasserstand und Fließgeschwindigkeit direkt vor Ort. Die Installation ist unkompliziert, die Daten werden in Echtzeit ausgewertet und im Ernstfall erhalten Nutzer*innen sofort eine Pushnachricht über die dazugehörige App.
Aus Expertensicht ein überzeugender Ansatz: „Ein großer Vorteil liegt darin, dass die Ergebnisse für Anwohner*innen unmittelbar nachvollziehbar sind“, betont Dr.-Ing. Piroth. „So entsteht ein konkretes Verständnis für die Gefährdung.“
Große Wirkung mit einfachen Mitteln
Besonders bemerkenswert ist der Open-Ansatz des Projekts. „Jede und jeder kann sich eine Messstation selbst bauen“, erklären die beiden. Mit Kosten zwischen 50 und 100 Euro ist das System deutlich günstiger als viele etablierte Lösungen und damit auch für kleinere Kommunen oder lokale Initiativen interessant.
Die größte Herausforderung lag dabei weniger in der Technik selbst als in der Kommunikation: „Wir haben schnell gemerkt, dass klassische Kanäle wie E-Mail für zeitkritische Warnungen nicht geeignet sind. Deshalb haben wir eine eigene App entwickelt, über die wir direkt informieren können.“
Relevanz für die Praxis
Gerade im Kontext zunehmender Starkregenereignisse sehen beide ein großes Anwendungspotenzial: „Vor allem kleine Flüsse und Bäche können sehr schnell zu Überschwemmungen führen. Genau hier bieten wir eine günstige und effiziente Lösung.“
Auch Dr.-Ing. Piroth sieht in solchen Ansätzen großes Potenzial:
„Innovative, niedrigschwellige Technologien werden künftig eine immer größere Rolle spielen. Sie sind flexibel einsetzbar, kostengünstig und stoßen auf eine hohe Akzeptanz.“
Ein Blick in die Zukunft
Neben dem fachlichen Austausch nahmen die beiden vor allem neue Kontakte und Impulse mit: „Wir hoffen, viele Menschen zu treffen, die bereits im Wassersektor arbeiten. Diese Kontakte können uns bei der Weiterentwicklung sehr helfen.“
Ihr langfristiges Ziel ist klar: „Es wäre ein großer Schritt, WarnMe flächendeckend einsetzen zu können und so konkret zum Hochwasserschutz beizutragen.“
Das Hochwasserforum in Mannheim zeigt damit eindrucksvoll, wie wichtig der Dialog zwischen Erfahrung und neuen Ideen ist und welches Innovationspotenzial in der nächsten Generation steckt.

