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Energie auf Rädern: Saarlouis setzt auf mobile Wärmespeicher

9. Juli 2018
Saarlouis
Klima­neu­tral Wärme gewinnen - das ist ein wichtiges Ziel im kommunalen Klimaschutz. Gemeinsam mit CDM Smith und gefördert vom Projekt­trä­ger Jülich hat die Stadt Saarlouis nun ein Leucht­turm­pro­jekt auf den Weg gebracht: Methangas aus einer still­ge­leg­ten Deponie wird in Wärme umgewandelt und mit Hilfe mobiler Wärmespeicher dazu genutzt, um zwei nahe gelegene Grund­schu­len zu heizen. Ein gleich doppelter Gewinn für’s Klima.

Beim Abbau organischer Abfälle auf Deponien entsteht klima­schäd­li­ches Methan. Damit das Treib­haus­gas nicht unkon­trol­liert in die Atmosphäre entweicht, wird es gezielt über Gasbrunnen abgesaugt, verbrannt und in unschäd­li­che­res Kohlen­di­oxid umgewandelt. Bei dieser thermischen Behandlung wird über­schüs­sige Wärme frei, die bislang meist ungenutzt bleibt.

Das Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reak­tor­si­cher­heit will dieses Verfahren verbessern und fördert daher seit 2008 wegweisende Projekte im kommunalen Klimaschutz. Auch Depo­nie­be­trei­ber können sich über den Projekt­trä­ger Jülich für Zuschüsse bewerben, wenn sie in Maßnahmen investieren, um die Treib­haus­gas­emis­sio­nen von Sied­lungs­ab­fall­de­po­nien zu reduzieren.

Die EVS Gesellschaft für Abfallwirtschaft GmbH und die Stadt Saarlouis haben nun in enger Zusam­men­ar­beit mit CDM Smith ein solches Leucht­turm­pro­jekt in zwei Etappen für die Deponie Lisdorf umgesetzt. In einem ersten Schritt beantragten wir gemeinsam mit der EVS aus Saarbrücken Förder­gel­der für die Instal­la­tion einer Schwach­gas­be­hand­lungs­an­lage mit nach­ge­schal­te­ter Wärme­aus­kopp­lung. Diese erste Maßnahme ist seit 2017 in Betrieb und macht auch geringe Methan­kon­zen­tra­tio­nen im gefassten Deponiegas unschädlich. Bis Mitte 2018 konnten durch diese Maßnahme knapp 1.800 to an CO2-Äqui­va­len­ten eingespart werden. 

In einem zweiten Förder­an­trag mit dem Klimamanagement der Stadt Saarlouis erar­bei­te­ten wir eine Lösung, um die derzeit frei entwei­chende Abwärme der Schwach­gas­be­hand­lung als Heizenergie dezentral nutzbar zu machen. Künftig wird diese Wärme in mobilen Wärme­ein­rich­tun­gen zwischen­ge­spei­chert, zu zwei nahe­ge­le­ge­nen Grund­schu­len trans­por­tiert und dort wieder eingespeist. „Diese Kombination aus thermischer Behandlung des Depo­nie­ga­ses und lokaler Wärme­nut­zung spart große Mengen an CO2-Äqui­va­len­ten ein und bietet ein großes Potenzial für Sied­lungs­ab­fall­de­po­nien in ganz Deutschland.“, sagt Projekt­lei­ter Jürgen Forsting.

CDM Smith ist eines der führenden Ingenieur- und Consultingunternehmen in den Geschäftsfeldern Wasser, Umwelt, Infrastruktur, Energie, Bauwerke und Geotechnik. Wir sind Berater und Planer, realisieren aber auch komplette Bauprojekte – für unsere Kunden aus Industrie, Gewerbe und öffentlicher Hand.

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Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und hat Vorbildfunktion für den kommunalen Klimaschutz.
Ausschreibungen für Kommunen
Mehr Infor­ma­tio­nen zu aktuellen Klima­schutz­in­itia­ti­ven und Ausschrei­bun­gen finden Sie auf der Webseite des Projekt­trä­gers Jülich sowie im „Merkblatt Investive Klima­schutz­maß­nah­men“ vom Bundes­mi­nis­te­rium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reak­tor­si­cher­heit.
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