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Shangri-La Hotel – Hochhausgründung auf Korallenstein

​AMIAS Real Estate ​Jeddah, Saudi-Arabien
In Jeddah, dem Tor für Pilger auf der Reise nach Mekka, entsteht derzeit ein neuer Shangri-La Hotelkomplex. Teil des Komplexes ist ein 260 m hohes Hochhaus. Das Besondere: Das beeindruckende Bauwerk wird auf einem ehemaligen Korallenriff gegründet, dessen einzigartiges Grundgerüst erhalten geblieben ist.

Nur 100 m vom Roten Meer entfernt wird derzeit ein neues Shangri-La Hotel errichtet. Der Baugrund besteht aus Korallenstein unterschiedlichster Formationen. Er ist weitgehend im einzigartigen Grundgerüst des Korallenriffs erhalten geblieben. Abgesehen von seiner variierenden Festigkeit ist der Korallenstein durch unregelmäßige, zumeist mit Korallensedimenten gefüllte, großvolumige Kavernen und Gänge gekennzeichnet. Für die Gründung des Hoch­hau­ses be­deu­te­te dies eine be­son­de­re Her­aus­for­de­rung, die unsere Experten im Zuge der Planung und Be­glei­tung der Grün­dungs­ar­bei­ten meis­ter­ten.

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Stahlbetonbodenplatte
Gründungspfähle
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Pfahltiefe

Das Hochhaus gründet auf einer 3 m starken Stahl­be­ton­plat­te. Die Baugrube für die Her­stel­lung der Un­ter­ge­schos­se um­schloss eine 400 m lange und 20 m tiefe, einlagig rück­ver­an­ker­te Schlitz­wand. Eine 4 m-starke In­jek­ti­ons­soh­le reduziert das zu­strö­men­de Grund­was­ser; 30 Tiefbrunnen pumpen das Restwasser aus der Baugrube. Insgesamt wurden rund 1.800 m³/h Grund­was­ser ge­för­dert und über zwei erd­ver­leg­te Rohr­lei­tun­gen DN 800 ins Rote Meer ab­ge­lei­tet. 

Als Verbindungsingenieur fachspezifische und technische Fragestellungen zwischen Planern und Ausführenden zu lösen – auch unter dem Aspekt der kulturellen Unterschiede zwischen arabischer und westlicher Welt – war ein absoluter Höhepunkt im Projekt.
Alexander Mühl, Projektmanager

Mit Hilfe der der Finiten Elemente Methode untersuchten wir das Trag- und Verformungsverhalten der Hochhausgründung. Das dreidimensionale geotechnische Modell bildet neben Baugrund und Gründungsstruktur auch die für den Lastabtrag maßgebenden Strukturelemente des Untergeschosses ab. Die Kalibrierung des Modells und Ableitung von Materialparametern für die verwendeten höherwertigen Stoffgesetzte erfolgte auf Basis von Pfahlprobebelastungen. In einer Sensitivitätsanalyse prüften wir den Einfluss von Hohlräumen im Korallenstein und ermittelten die Federsteifigkeit der Gründung für die Tragwerksplanung.

Für die Her­stel­lung von Bau­gru­be und Grün­dung über­nah­men wir die Plan­prü­fung, Bau­ober­lei­tung und ört­li­che Bau­lei­tung sowie die Qua­li­täts­si­che­rung. Unser Team vor Ort be­stand aus dem Verbindungsingenieur (Re­si­dent En­gi­neer), Bau­lei­tern, Fach­in­ge­nieu­ren für Geo­tech­nik und Spe­zi­al­tief­bau, Geo­lo­gen, Be­ton­tech­no­lo­gen, Se­kre­tä­ren und Ver­mes­sern.

Alexander Muehl Image Alexander Muehl Image
Die beeindruckende Architektur direkt am Roten Meer verlangten eine besondere geotechnische Expertise.

Wussten Sie schon?

An­ge­sichts des sehr hohen Chlorid- und Sul­fat­ge­halts in Boden und Grund­was­ser war eine ge­eig­ne­te Be­ton­re­zep­tur für die Grün­dungs­pfäh­le zu be­stim­men. Im ört­li­chen Be­ton­la­bor ent­wi­ckel­ten wir aus regional vor­han­de­nen Ad­di­ti­ven eine ge­eig­ne­te Be­ton­mi­schung und er­ziel­ten ein sehr gutes Ergebnis durch hin­zu­ge­füg­ten Si­li­kastaub. Die Be­ton­mi­schung ist wi­der­stands­fä­hig ge­gen­über Chlorid und Sulfat und ent­spricht den An­for­de­run­gen ame­ri­ka­ni­scher und eu­ro­päi­scher Stan­dards. 

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Veröffentlichung
Tiefe Baugrube und Kombinierte Pfahl-Platten-Gründung für ein Hochhaus am Roten Meer
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Michael Brunner Michael Brunner
Die chemische Zusam­men­set­zung des Bodens und die Baugrubensohle mehrere Meter unterhalb des Meeresspie­gels machten die Gründung dieses Hochhauses zu einer spannenden Heraus­for­de­rung.
Michael Brunner
Consultant
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