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Ein neues Leben für ein Bergwerk in Arizona

Northern Vertex Mining Corp. Bullhead City, Arizona, USA
CDM Smith unter­stützte die Northern Vertex als Generalübernehmer bei der Reaktivierung des still­ge­leg­ten Bergwerks Moss Mine in Arizona, einer Gold­mine aus dem 19. Jahrhundert.

Die Verwandlung eines historischen Ortes in ein wirtschaftliches Bergbaumodell
Das Bergwerk Moss Mine befindet sich im Oatman District von Bullhead City, Arizona. Der Abbau geht zurück bis in die Zeit des Bürger­krie­ges und erfolgte ober­flä­chen­nah im Spreng­vor­trieb mittels Schwarz­pul­ver. Das reich­hal­tige Erz wurde unter dem Einsatz von Eseln gefördert. CDM Smith realisierte als Gene­ral­über­neh­mer die Planung und den Bau (Design-Build), damit Northern Vertex die Lagerstätte in größerer Tiefe und effektiv ausbeuten kann.

Durch Planung zum Erfolg
CDM Smith lieferte dem Kunden eine schlüs­sel­fer­tige Lösung, inklusive Vorplanung und Umwelt­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren. „In Berg­bau­pro­jek­ten ist die erste und wichtigste Phase die Erkundung des Rohstoffs. Unternehmen bekommen keine Abbau­er­laub­nis oder können nicht mit weiteren Planungen beginnen, bevor diese Phase komplett abge­schlos­sen ist", erläutert Bob Vince, CDM Smith Gesell­schaf­ter und Leiter der Abteilung Bergbau. „Diese Projekte leben und sterben mit der Inge­nieur­pla­nung und der Kosten­pro­gnose." CDM Smith nutzte die Erfahrungen im Umgang mit Aufsichts- und Umwelt­be­hör­den, um die entspre­chen­den Geneh­mi­gun­gen zu erhalten und die Abläufe zu beschleu­ni­gen. Es wurden Verwal­tungs­be­stim­mun­gen genutzt, die es erlaubten sofort mit der Gewinnung zu beginnen.

Das Projekt unterliegt einer umfang­rei­chen Umwelt­über­wa­chung, die das Abfluss­ma­nage­ment der häufigen Monsunregen der Region und die Stau­be­mis­sion umfassen. Außerdem wurden Abdichtungs- und Sicker­was­ser­kon­trol­len errichtet, um die Freisetzung von Prozess­wäs­sern und Chemikalien in die Umwelt zu verhindern. All diese Maßnahmen wurden installiert, um Boden, Wasser und Luft zu schützen.

Goldschatz in 3D
Das Projektteam beschäf­tigte sich im Vorfeld der Errichtung des Bergwerkes mit den bewähr­tes­ten Verfahren, um die Grenzen der Erzmi­ne­ra­li­sa­tion am Standort zu definieren. CDM Smith imple­men­tierte ein neues Halden­lau­gungs­sys­tem. Dabei wird das Roherz zerkleinert und zu Fein­gra­nu­lat zerrieben. Anschlie­ßend wird es in Laugen­be­cken gelagert und mit Natri­um­zya­nid beregnet, um das Gold von den Feststoffen zu trennen. Die gold­an­ge­rei­cherte Lösung wird in Becken aufgefangen und danach in einer Aufbe­rei­tungs­an­lage zur Gold­ab­son­de­rung gepumpt. „Dies ist die wirt­schaft­lichste Art der Gold­ge­win­nung. Wir haben bei der Entwicklung dieser Lösung mit erfahrenen Berg­bau­ex­per­ten der Northern Vertex zusam­men­ge­ar­bei­tet", erklärt Bob Vince. Etwa 5.000 Tonnen gold­hal­ti­ges Erz werden am Standort täglich verarbeitet, mit einem geschätzten Gold- und Silbe­r­äqui­va­lent von 27 kg.

Die Ausdehnung der Lagerstätte konnte durch den Einsatz moderner wissen­schaft­li­cher Erkungdungs­me­tho­den erheblich vergrößert werden.
Joe Bardswich, Northern Vertex Projekt Manager

Um die Ausbeute der Lagerstätte im höchst möglichen Grade zu erreichen, wurde anhand von Model­lie­rungs­soft­ware Erkun­dungs­da­ten z. B. Goldproben aus Bohr­kern­pro­ben in 3D-Modelle der Erzla­ger­stätte imple­men­tiert. „So konnte die Lagerstätte in ihrer Ausdehnung durch die Anwendung moderner wissen­schaft­li­cher Explo­ra­ti­ons­me­tho­den erfasst werden. Wir setzen die Erkundung der Erzmi­ne­ra­li­sa­tion durch neueste wissen­schaft­li­che Erkennt­nisse fort", sagt Joe Bardswich, Projekt­lei­ter bei der Northern Vertex. "Wir werden dabei unserer gesell­schaft­li­chen Verant­wor­tung gerecht. Dabei gehören die Arbeits­si­cher­heit und der Umwelt­schutz zu unseren Leitsätzen."

Sicherheit und Nach­hal­tig­keit
Das 3D-Modell zeigt weiterhin versteckte Gefahren z. B. historische Grubenbaue. Die Auswertung alter Berg­bau­risse und topo­gra­fi­scher Laserscans ermöglicht eine bessere Analyse der ober- und unter­ir­di­schen Situation für die Sicherheit der Baustelle und des Standortes. Die Sicherheit im Bergbau ist so wichtig, dass der Indus­trie­zweig von einer eigenen Regie­rungs­be­hörde reguliert wird, der Mining Safety and Health Admi­nis­tra­tion. Ken Meyer, leitender Sicher­heits­be­auf­tragte bei CDM Smith und von der Mining and Safety and Health Admi­nis­tra­tion zerti­fi­ziert, entwickelte die Sicher­heits­pläne für das Bergwerk. „Die Sicherheit steht an höchster Stelle bei Projekten im Bergbau. Wenn Sie nicht schon einmal in einem Bergwerk gearbeitet haben, können Sie Gefahren, wie Stein­bre­cher, LKWs und nicht detonierte Spreng­stoffe eventuell nicht erkennen."

Um die öffentliche Sicherheit um das Bergwerk herum zu verbessern, wurden Stollen, Öffnungen im Boden, und andere berg­bau­li­che Gefah­ren­stel­len geschlossen. „Es handelt sich hier um zerbrech­li­che Umgebungen und wir müssen dafür sorgen, dass wir sie stabil und sicher hinter­las­sen. Unsere Absicht war es, den Betrieb und die Flächen­nut­zung auf produktive Folge­nut­zun­gen und Berg­bau­fol­ge­land­schaf­ten auszu­rich­ten, wie z. B. natürliche Lebensräume und Offroad-Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten", sagt Bob Vince. „Oft werden Minen­schlie­ßun­gen vom Steu­er­zah­ler finanziert. Die Northern Vertex und CDM Smith arbeiteten mit staatlichen Berg­in­spek­to­ren zusammen, um die still­ge­leg­ten Bergwerke und histo­ri­schen Schacht­be­triebe sicher zu schließen und zurück­zu­ge­win­nen, und dies nicht auf die Kosten des Steu­er­zah­lers."

Neben dem wirt­schaft­li­chen Nutzen für die Region kann der Erfolg des Bergwerkes als Modell für andere Standorte dienen. Bob Vince ist vom heutigen Ansatz und länger­fris­ti­gen Nutzen überzeugt. „Die Rückkehr zu diesen histo­ri­schen Standorten, die vor der Entwicklung des Umwelt­be­wusst­seins erschlossen wurden, ermöglicht es den  Berg­bau­un­ter­neh­men eventuelle Umwelt­aus­wir­kun­gen durch entspre­chende Lösungen zu verhindern." Für Bardswich zählen die Erfolgs­grö­ßen „Unfall­frei­heit, minimale Störung der Umwelt, eine geeignete Rück­ge­win­nung und ein wirt­schaft­li­cher Berg­werks­be­trieb. Sehr wenige Erkun­dungs­pro­jekte gehen letzt­end­lich in die Produktion; der Erfolg dieses Projektes sichert einen wirt­schaft­li­chen Berg­werks­be­trieb."

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