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Einblick

Asbest in Putzen, Spach­tel­mas­sen und Flie­sen­kle­bern

von jens lammerschmidt projektmanager
Neue Erkennt­nisse - geänderte Gefah­ren­lage

Seit über 20 Jahren ist die Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland verboten. Der Grund: Mediziner stufen Asbest­fa­sern offiziell als krebs­er­re­gend ein. Dennoch wurde die ehemalige „Wunderfaser“ viele Jahrzehnte lang in großen Mengen verbaut. In der Folge begegnen uns die langlebigen Asbest­pro­dukte in vielen Gebäuden noch heute. Bei Abbruch- oder Sanie­rungs­ar­bei­ten müssen diese asbest­hal­ti­gen Materialen fachgerecht demontiert und entsorgt werden.

Der Gesetzgeber hat die Gefahren beim Umgang mit Asbest erkannt und in mehreren Verord­nun­gen geregelt. Asbest­pro­dukte mit einem Asbest­ge­halt von weniger als 0,1 % sind von der Gesetz­ge­bung bislang jedoch nicht erfasst. Allerdings haben neue Messungen und Analy­se­me­tho­den gezeigt, dass auch von solchen Materialien Gesund­heits­ge­fahren ausgehen können.

Mio t
geschätzter restlicher Asbestzement im Bestand in Deutschland
Produkte mit Asbest vor Asbestverbot
seit
Asbestverbot in Deutschland

Im Fokus der neuen Erkennt­nisse stehen insbe­son­dere asbest­hal­tige Spach­tel­mas­sen, Putze und Flie­sen­kle­ber, die sich in etwa jedem vierten Gebäude finden, das vor 1995 erbaut wurde. Weil diese Asbest­pro­dukte meist in geringen Schicht­stär­ken aufgebracht und durch eine andere Oberfläche überdeckt sind, weist der gesamte Querschnitt der Oberfläche oft Asbest­kon­zen­tra­tio­nen von unter 0,1 % auf. Werden diese Bauteile jedoch instand­ge­setzt, umgebaut oder abgebrochen, so können erhebliche Asbest­fa­se­re­mis­sio­nen entstehen, wie z.B. beim Schleifen gespach­tel­ter Gips­kar­ton­wände oder beim Abschlagen von Fliesen. Gesund­heits­ge­fähr­dun­gen von Handwerkern und Dritten, Konta­mi­na­tio­nen von Gebäuden und/oder deren Umfeld sowie Abfall­ver­un­rei­ni­gun­gen mit Asbest­fa­sern sind damit nicht auszu­schlie­ßen.

Nur mit einem auf den Einzelfall zuge­schnit­te­nen Unter­su­chungs­kon­zept lassen sich Asbest­vor­kom­men in Putzen, Spach­tel­mas­sen und Flie­sen­kle­bern erkennen.
jens lammerschmidt, projektmanager

Bauherren, die eine Sanierung oder den Rückbau eines Gebäudes planen, sollten immer einen Fach­gut­ach­ter zu Rate ziehen. Denn als heutiger Besitzer einer Immobilie ist es schwer herauszufinden, wo Asbest verbaut sein könnte. Doch nur wer über Asbest Bescheid weiß, kann sich vor diesem nach wie vor gefährlichen Werkstoff schützen. Liegt Asbest in der Bausubstanz vor, dürfen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten ohnehin nur von Firmen ausgeführt werden, die über die erforderlichen personellen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen verfügen und einen Nachweis der Sachkunde nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe 519 besitzen. 

Jens Lammerschmidt Jens Lammerschmidt
Mit Fachkompetenz die Lebensqualität der Menschen verbessern.
Fact Sheet
Asbestvorkommen in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern - das sollten Sie beachten!
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