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Einblick

Wasser marsch – und nun? Die Folgen von Dauerregen und Sturzfluten eindämmen

von Dr.-Ing. Klaus Piroth Mitglied der Geschäftsleitung
Starkregen und Über­flu­tun­gen nehmen in der ganzen Bundes­re­pu­blik zu. Grund genug für Städte und Kommunen, sich näher mit dem Umgang mit Nieder­schlags­was­ser und einem inte­grier­ten Regen­was­ser­ma­nage­ment ausein­an­der­zu­set­zen.​

Dortmund 2008, Kopenhagen 2011, Münster 2014, jüngst Braunsbach und Simbach: Dies sind nur einige Beispiele von Über­flu­tun­gen durch lokale Starkregen. Sie gefährdeten Menschen­le­ben und verur­sach­ten Schäden bis in den zwei­stel­li­gen Millio­nen­be­reich. Stark­re­ge­ner­eig­nisse liegen oft jenseits der Bemes­sungs­grenze der Kana­li­sa­tion. Allgemein anerkannte Regeln der Technik gelten hier nicht und beim Thema Vorsorge begibt man sich schnell in rechtlich nicht abgegrenzte Zonen.

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Niederschlag in Deutschland pro Jahr
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Versicherungsschäden durch Sturm, Hagel und Starkregen im Jahr 2016
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in 2 Stunden beim Starkregen in Dortmund 2008

Wenn sich Städte und Kommunen mit dem Thema Starkregen befassen möchten, können sie Folgendes tun:  

1. Holen Sie alle Beteiligten an einen Tisch. Stark­re­gen­vor­sorge ist kein ausschließ­li­ches Thema der Stadt­ent­wäs­se­rung oder des Bauamts. Alle Planungs­be­rei­che von Stadt- und Bauleit­pla­nung über Verkehrs-, Straßen-und Entwäs­se­rungs­pla­nung bis hin zur Grün- und Frei­raum­pla­nung sind relevante Beteiligte. Nicht zu vergessen: die Feuerwehr und der Kata­stro­phen­schutz.

2. Binden Sie auch die über­ge­ord­ne­ten Behörden ein (Wasser­wirt­schaft etc.) und bei Außen­ge­bie­ten in ländlichen Bereichen die Vertreter der Forst- und Land­wirt­schaft. Benennen Sie einen verant­wort­li­chen Ansprech­part­ner für alle Beteiligten (beispiels­weise den Hoch­was­ser­vor­sor­ge­be­auf­trag­ten).

3. Beteiligen Sie frühzeitig die Öffent­lich­keit und die betroffenen Bürger: Bedürfnisse und Erwartungen, aber auch Möglich­kei­ten und Grenzen (technisch, finanziell und rechtlich) lassen sich so vorha­ben­be­glei­tend diskutieren und erhöhen die Akzeptanz der Planung.

CDM Smith berät Sie in allen Phasen des integrierten Regenwassermanagements.
dr.-ing. Klaus piroth, mitglied der geschäftsleitung 

4. Analysieren Sie das Einzugsgebiet der Kommune: Der Generalentwässerungsplan lässt sich um Betrachtungen zu Starkregenereignissen erweitern. Da für Starkregenereignisse keine flächendeckenden hydrologischen oder hydraulischen Berechnungen vorliegen, sind eigene Überlegungen notwendig. Diese können im ersten Ansatz sehr einfach sein.

5. Gleichen Sie die Ergebnisse des letzten Schritts mit dem Machbaren ab. Daraus ergeben sich: Notabflussabwege, Rückhalteflächen (auch dezentraler Rückhalt in der Fläche) und besonders gefährdete Bereiche mit Gefahr für Leib und Leben bei Starkniederschlägen (Unterführungen, Tiefgaragen, etc.).

6. Überprüfen Sie das Vorsorgekonzept regelmäßig auch in Jahren ohne Starkregenereignisse.

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Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist die Basis für gute Lösungen.

Erste Priorität: Menschenleben

Das integrierte Regen­was­ser­ma­nage­ment zielt darauf ab, möglichst viel Wasser durch Rückhalt und gezielte Ableitung schadlos zu beherrschen. Das darüber hinaus gehende Maß ist mit möglichst geringer Schad­wir­kung abzuführen. Elemen­tar­scha­dens­ver­si­che­run­gen tragen hier dazu bei, mögliche wirt­schaft­li­che Verluste zu minimieren.

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Veröf­fent­li­chung
Hochwasserrisikomanagement und Gewässerentwicklung in der Regelwerksarbeit der DWA
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