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Einblick

Schneller zum Ziel mit Planung und Ausführung aus einer Hand

von Ryan Hagaman projekt­ma­na­ger bauwesen
Im angloamerikanischen Raum werden immer mehr Bauwerke aus einer Hand geplant und ausgeführt. Die englische Sprache bezeichnet dieses Verfahren der Projektabwicklung als Design-Build. Da sich bei Design-Build die Phasen zwischen Planung und Bauausführung überlappen, bringt das Verfahren viele Vorteile mit sich. In Deutschland hat sich Design-Build nicht zuletzt aufgrund gesetzlicher Regularien noch nicht durchgesetzt. Doch auch hierzulande zeichnet sich eine Trendwende ab.

Neue Geneh­mi­gungs­auf­la­gen, Gerichts­be­schlüsse und andere kritische Zeitpläne erfordern oft, dass Unternehmen komplexe Projekte in kurzer Zeit abschließen. In aktiven Anlagen können neue gesetzliche Anfor­de­run­gen zu einem Produk­ti­ons­aus­fall führen, bis die Anfor­de­run­gen erfüllt sind. Zusätzlich zu den poten­zi­el­len Einnah­me­ver­lus­ten aus der reduzierten Produktion können Unternehmen Bußgelder und andere potenzielle zivil- und/oder straf­recht­li­che Sanktionen aufgrund fehlender gesetz­li­cher Fristen verhängen. 

Design-Build dagegen bietet dem Bauherrn einen zentralen Verant­wor­tungs­be­reich von der Projektidee über die Genehmigung, den Entwurf, den Bau und die Inbe­trieb­nahme, und kann dadurch sowohl den Projektablauf als auch das Projektergebnis verbessern. 

Innerhalb kürzester Zeit beginnt ein Team von Planungs- und Bauin­ge­nieu­ren mit der Zusam­men­ar­beit, um die Bedürfnisse des Bauherrn zu erfüllen, wobei die Kommu­ni­ka­tion über einen engagierten Projekt­ma­na­ger erfolgt. Durch die Bündelung der Verant­wor­tlichkeiten in einem gemein­schaft­li­chen Team von Ingenieuren und Auftrag­neh­mern reduziert der Design-Build-Ansatz das Potenzial für Konflikte und Rekla­ma­tio­nen, die sonst bei zeitlich knapp kalkulierten Projekten auftreten können. Pauschalpreise oder eine offene Kalkulation im Sinne einer Open-Book-Regelung helfen dem Bauherrn, die Kosten zu kontrollieren.  

Bei aufsichts­recht­li­chen Fristen müssen die Eigentümer oft schnell das Projekt­bud­get bestimmen, um die richtige Finan­zie­rung sicher­zu­stel­len, und dann den Zahlungs­fluss des Projekts sorgfältig planen. Einer der Vorteile des Design-Build-Ansatzes ist die frühzeitige Festlegung des Fi­nanz- und Zeitplans. Da der Auftrag­neh­mer frühzeitig in den Planungs­pro­zess eingebunden wird, werden das Budget und der Zeitplan entwickelt, bevor der endgültige Entwurf abge­schlos­sen ist. Auf diese Weise erhält der Bauherr zuver­läs­sige Kosten­in­for­ma­tio­nen viel früher als bei herkömm­li­chen Projekten. Da auch ein detail­lier­ter Projektplan frühzeitig erstellt wird, können der Bauherr und der Planer gemeinsam den Kapi­tal­fluss des Projekts ermitteln und besondere Anliegen oder Einschrän­kun­gen berück­sich­ti­gen. Das Team kann auch noch einen Schritt weiter gehen, indem es mit Hilfe einer fort­ge­schrit­te­nen Projekt­pla­nung Risiken und Unsi­cher­hei­ten berück­sich­tigt, die den Projekt­ter­min behindern können.

Wenn die Zeitpläne knapp sind und der Druck groß ist, kann die Wahl eines Design-Build-Ansatzes für die Projekt­ab­wick­lung einen wichtigen Unterschied machen.
ryan hagaman, projekt­ma­na­ger bauwesen

Während der Entwicklung des Projekt­zeit­plans bestimmt das Design-Build-Team den kritischen Pfad und iden­ti­fi­ziert jene Ausrüstung und Bauteile, die besonders langwierig zu beschaffen sind und daher den größten Einfluss auf die termin­ge­rechte Fertig­stel­lung des Projekts haben. Der part­ner­schaft­li­che Ansatz von Design-Build ermöglicht es dem Auftrag­neh­mer, eng mit dem Planungs­team zusam­men­zu­ar­bei­ten, um bereits in einem frühen Stadium des Entwick­lungs­pro­zes­ses komplexe Geräte oder Bauteile zu bestellen. Auf diese Weise wird die erforderliche Ausrüstung gleich­zei­tig mit dem finalen Entwurf fertiggestellt, wodurch der gesamte Projek­t­ab­lauf beschleu­nigt wird.

Frühzeitige Bautä­tig­kei­ten, wie z. B. Tiefbauarbeiten und die Erstellung der Baugrube oder die Betonierung, können auch vor Fertig­stel­lung des endgültigen Entwurfs vergeben werden. Im Gegensatz zu einem typischen Projektablauf, bei dem die bauausführenden Firmen nicht in die Planung involviert sind, erleichtert Design-Build vom ersten Tag an die Interaktion und Zusam­men­ar­beit zwischen den Ex­per­ten. Design-Build hat daher das Potenzial, nicht nur das Projekt zu beschleu­ni­gen, sondern auch Qualitätsmängel und spätere Änderungen oder Streitfälle zu reduzieren.

Der Design-Build-Ansatz bündelt die Verantwortung in einer Hand und sorgt für frühzeitige Finanz- und Zeitpläne und eine termingerechte Beschaffung.
Ryan Hagaman Projekt­ma­na­ger Bauwesen
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